Bilingualer Zug der ARS

Bilingualer Zug

Der Bilinguale Unterricht hat an der Albertville-Realschule eine lange und instituierte Tradition. Seit dem Schuljahr 2002/2003 haben die Schülerinnen und Schüler der ARS die Möglichkeit, am Bilingualen Unterricht im Sachfach Erdkunde, ab der Klassenstufe 8 auf Wunsch teilzunehmen.

Im Schuljahr 2014/15 konnte der bilinguale Unterricht zusätzlich auf die Klassenstufe 7 ausgeweitet werden, so dass von da ab schon ab Klasse 7 durchgängig der bilinguale  Sachfachunterricht angeboten werden konnte. So näherte sich die Albertville-Realschule schrittweise dem neuen Konzept eines bilingualen Zuges an, in dem eine Schulklasse von Beginn der 5. Klasse bis zur 10. Klasse durchgehend, in mindestens zwei Sachfächern, Englisch als Unterrichtssprache genutzt  wird.

Falls Ihr Kind Gefallen an der englischen Sprache hat und Interesse am Bilingualen Unterricht vorhanden ist, dann lesen Sie doch weiter, um einen kurzen Überblick über den Bilingualen Unterricht allgemein und über das spezielle Angebot unserer Schule zu erhalten.

Vielleicht dürfen wir dann auch Ihr Kind in einer unserer bilingualen Klassen begrüßen.

 

1.       Ziele des Bilingualen Unterrichts

Die Globalisierung nimmt Einfluss auf fast alle Lebensbereiche, deshalb ist eine verbesserte Sprachkompetenz und Kommunikationsfähigkeit in Englisch dringend erforderlich. Dies wird durch den Bilingualen Unterricht besonders gefördert.

Schülerinnen und Schüler haben hier die Möglichkeit über den gewöhnlichen Englischunterricht hinaus, Fertigkeiten in Englisch zu üben und zu fördern. In erster Linie geht es um den Inhalt des Sachfaches. Die englische Sprache ist hier nur Kommunikationsträger und nicht Lerngegenstand selbst. Somit ist bilingualer Unterricht auch nicht zu verwechseln mit dem regulären Englischunterricht.

 

2.       Welche Chancen ergeben sich durch Bilingualen Unterricht?

Im bilingualen Unterricht wird die Fremdsprache ganz selbstverständlich und natürlich genutzt. Dabei ist es nicht von Bedeutung ob der Schüler Anfänger oder Fortgeschrittener in der Fremdsprache ist – bilingualer Unterricht ist so konzipiert, dass Schüler sich durch verschiedene Hilfestellungen stets äußern können.

Durch die regelmäßige Anwendung von Englisch in ungezwungenen Situationen verbessert sie die Sprachkompetenz in der Fremdsprache nachweislich und das Selbstbewusstsein die Sprache anzuwenden erhöht sich deutlich. Dabei erweitert sich nicht nur der Wortschatz der Schüler ganz automatisch in erheblicher Weise, sondern es werden auch zusätzliche fremdsprachliche Fertigkeiten wie Schreiben, Lese- und Hörverstehen sowie Techniken und Methoden zum Sprachverständnis erlernt. Schülerinnen und Schüler stellen fest, dass sie eine sinnvolle Verwendung für die englische Sprache haben. Sie entdecken, dass sie Fähigkeiten besitzen, fachspezifische Informationen auf Englisch auszudrücken, und sind hoch motiviert, dies auch zu tun.

Sprachliche Fehler werden toleriert, sofern sie dem inhaltlichen Verständnis nicht hinderlich sind. So erfolgt eine große psychologische Motivation – die Schülerinnen und Schüler merken, dass sie sich mit ihrem begrenzten Wortschatz bereits verständigen können. Ihre Englischkenntnisse nehmen zu und sie gewinnen an Sicherheit. Somit werden die Chancen der Schülerinnen und Schüler vergrößert, Berufe zu wählen, für die Englischkenntnisse unabdingbar sind. Wirtschaft und Industrie fordern diese Kenntnisse immer dringender.

Wichtig ist aber auch, dass Fachbegriffe in beiden Sprachen gelehrt werden, damit der Erwerb des Wortschatzes der Muttersprache nicht zurückbleibt. Daraus ergibt sich ein weiterer positiver Effekt: Durch die Rezeption der Sachverhalte in zwei Sprachen wird die Merkfähigkeit des Gelernten im Gehirn nachweislich erhöht.

Zusätzlich unterstützt der Bilinguale Unterricht systematisch das interkulturelle Lernen und bereitet die Schüler auf die Anforderungen unserer globalisierte Gesellschaft vor.

 

3.                  Wie wird der Bilinguale Unterricht an der ARS organisiert?

In bilingualen Zug-Schulen werden neben dem Regelunterricht mindestens zwei Fächer pro Jahrgangsstufe bilingual unterrichtet.

An der Albertville-Realschule wird aufgrund der besonderen Eignung seiner Themenbereiche das Sachfach EWG (Erdkunde, Wirtschaftskunde, Gemeinschaftskunde) kontinuierlich von Klasse 5 bis Klasse 10 in der Fremdsprache Englisch unterrichtet.

In den unteren Klassenstufen eignen sich außerdem Fächer mit hohem praktischen, sowie geringerem sprachlichen Anteil. Hierzu werden in alternierendem Rhythmus die musischen Fächer Musik und Kunst bilingual angeboten. Diese werden in Klasse 9 und 10 vom Fach Biologie abgelöst.

Weitere Fächer können hinzukommen, wenn sich die Themen inhaltlich für den Bilingualen Unterricht eignen.

Die bilingualen Stunden werden zum jetzigen Zeitpunkt an der ARS daher wie folgt verteilt:

 

Klassen-stufe

Bilingual-      fach 1

Bilingual-fach 2

Zusätzliche

Module

Zusätzliche

Module

10

EWG

Biologie

9

EWG

Biologie

8

EWG

Kunst

7

EWG

Musik

6

EWG

Kunst

Sport

Geschichte

5

EWG

Musik

Sport

 

 

 

4.                  Zusätzliche Zeitstunden

Da der Bilinguale Unterricht durch die vielen sprachlichen Hilfen und seiner hoher Handlungsorientierung zeitintensiver ist, als derselbe Unterricht in deutscher Sprache, haben die Schüler je nach Klassenstufe bis zu zwei Unterrichtswochenstunden, zusätzlich Unterricht. Sie müssen in dieser Zeit nicht mehr lernen, als Schüler, die nicht am Zug teilnehmen. Sie haben aber mehr Zeit zur Verfügung die Sachverhalte in englischer Sprache aufzunehmen.

 

5.                  Leistungsmessung

Wie in jedem Unterrichtsfach setzten sich die Zeugnisnoten aus schriftlichen, mündlichen und praktischen Noten zusammen. Im Unterricht wird weitestgehend in englischer Sprache kommuniziert. Es wird von den Schülerinnen und Schülern erwartet, dass sie sich auf die Fremdsprache einlassen und sich in englischer Sprache am Unterricht beteiligen. Es wird nicht die Korrektheit der Sprache bewertet, sondern die Qualität der gegeben Antworten im Sachfach. Fachbegriffe müssen grundsätzlich richtig angewandt werden.

6.                  Wer kann am Bilingualen Unterricht teilnehmen

Wir empfehlen den bilingualen Zug insbesondere für motivierte Schülerinnen und Schüler, deren Lern- und Arbeitsverhalten überdurchschnittlich ist. Spaß an der englischen Sprache und Interesse an den Sachfächern sind somit wichtige Voraussetzungen.

In erster Linie ist der Bilinguale Unterricht ein Fachunterricht. Daher ist weniger das Können in Englisch, als die gute Leistung in den entsprechenden Sachfächern der Grundschule für die richtige Wahl des Profils entscheidend. Voraussetzung ist zusätzlich, dass ihr Kind über eine anhaltende Konzentrationsfähigkeit verfügt und sich bereitwillig auf Neues einlässt. Außerdem müssen die Schüler des bilingualen Zuges eine Bereitschaft zur Mehrarbeit mitbringen, da sie je nach Klassenstufe, bis zu zwei Unterrichtsstunden zusätzlich pro Woche Unterricht haben.

Es gibt keinen Anspruch auf eine Aufnahme im bilingualen Profil. Die Plätze sind begrenzt und werden nach bereits genannten Kriterien (Arbeitsverhalten, Konzentrationsfähigkeit, Interesse an der Fremdsprache) durch die Schulleitung vergeben. Hierfür finden gesonderte Aufnahmegespräche statt.

 

 

7.                  Zertifizierung

 

Die Schüler des bilingualen Zugs erhalten am Ende der Klasse 8 ein Testat. Mit der Mittleren Reife erhalten alle Schüler dann ein einheitliches Zertifikat des Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport, das die erfolgreiche Teilnahme bescheinigt. Dieses Zertifikat bescheinigt bei Bewerbungen eine besondere Zusatzqualifikation.

 

 

 

FAQ

Mein Kind ist schlecht in Englisch- ist es somit automatisch ungeeignet für den bilingualen Zug?

Im Bilingualen Unterricht werden sehr viele sprachliche Hilfestellungen gegeben. Es ist also nicht erforderlich, dass Ihr Kind bereits gut Englisch spricht. Vielmehr ist es wichtig, dass es gerne die Fremdsprache benutzt und bereit ist sich in dieser zu äußern. Sollten jedoch große Defizite im Bereich des Vokabulars und der Aufnahmefähigkeit vorliegen, sollte von der Wahl des Bilingualen Unterrichts abgesehen werden.

 

Kann mein Kind den Zug ausprobieren und bei Nichtgefallen in den Regelunterricht wechseln?

Die Schülerinnen und Schüler erhalten nach den klassenstufen 8 und 10 ein Zertifikat mit Landeswappen. Dieses soll die guten sprachlichen und inhaltlichen Fortschritte beurkunden. Voraussetzung hierfür ist ein dauerhafter und nachhaltiger Besuch des Bilingualen Unterrichts. Auch aus organisatorischen Gründen ist ein Wechseln des Profils generell nicht vorgesehen.


Mein Kind wechselt in Klassenstufe XY von einer Schule ohne bilingualen Zug an die ARS – kann es trotzdem in das bilinguale Profil einsteigen?

Ja, wenn in der entsprechenden Klasse noch Plätze frei sind und die sprachlichen Fähigkeiten den Anforderungen entsprechen, ist dies möglich. Ihr Kind kann aber nicht das offizielle Zertifikat des Landes erhalten, da der bilinguale Zug nicht durchgängig ab Klasse 5 besucht wurde.


Werden Klassenarbeiten in englischer Sprache geschrieben?

Die Fragen in den Klassenarbeiten werden in englischer Sprache gestellt. Die Schüler können die Fragen auf Englisch oder Deutsch bearbeiten. Grammatik- oder Rechtschreibfehler werden nicht bewertet. Dennoch müssen Fachbegriffe stets – in deutscher oder englischer Sprache - richtig geschrieben sein. Um die Motivation zu steigern, die Klassenarbeit komplett auf Englisch zu beantworten, können Zusatzpunkte vergeben werden. Die Anzahl richtet sich nach dem Schwierigkeitsgrad der Klassenarbeit und wird vom Fachlehrer entsprechend festgelegt.


Ist es erwiesen, dass der Bilinguale Unterricht die Sprachkompetenz nachhaltig verbessert?

„Ein Erfolgsmodell für die Förderung sprachlicher Kompetenzen, hauptsächlich in Gymnasien und Realschulen, sind bilinguale Angebote. DESI untersuchte zusätzlich zu der länderübergreifend repräsentativen Stichprobe 38 Klassen, die ab der siebten Jahrgangsstufe zumindest in einem Sachfach, meist jedoch in zwei bis drei Fächern (z.B. Geografie, Geschichte, Biologie) Englisch als Unterrichtssprache verwendet hatten. Solche zusätzlichen Lerngelegenheiten wirken sich auf die Englischleistungen dieser Schülerinnen und Schüler, insbesondere auf deren kommunikative Kompetenz, besonders positiv aus: Sie erreichen im Hörverständnis bis zum Ende der Jahrgangsstufe neun gegenüber Schülerinnen und Schülern mit vergleichbaren Ausgangsbedingungen einen Vorsprung von etwa zwei Schuljahren. Aber auch in der Fähigkeit, grammatische Fehler zu erkennen und zu korrigieren, ist ihr Fortschritt sehr beachtlich.“ (Prof. Dr. Eckhard Klieme)

Ist der bilinguale Unterricht auch für die Versetzung relevant?

Die Note des bilingualen Sachfaches ist genauso relevant für die Versetzung wie die Note im vergleichbaren deutschsprachigen Sachfach.

Was geschieht, wenn sich zu viele / zu wenige Schüler für das bilinguale Profil entscheiden?

Sollten sich zu viele Schüler im bilingualen Profil anmelden, so entscheidet die Schulleitung     über eine Aufnahme. Sofern die Anmeldezahl 22 Schüler unterschreitet, kann der Bilinguale Unterricht nicht angeboten werden.